Johannes von Beverley, Bischof von York

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Gedächtnis: 7. Mai

Der heilige Johannes von Beverley war einer der bedeutenden englischen Hierarchen des 7. und frühen 8. Jahrhunderts. Er wurde um das Jahr 640 in Harpham im heutigen Yorkshire geboren und entstammte nach der Überlieferung einer vornehmen angelsächsischen Familie. Eine spätere Überlieferung berichtet, dass er seine Ausbildung in Canterbury im Umfeld des heiligen Erzbischofs Theodor von Canterbury erhielt. Sicher bezeugt ist seine Verbindung mit dem Kloster Whitby, wo er unter der heiligen Äbtissin Hilda geistlich geprägt wurde und sich durch seine Kenntnis der Heiligen Schrift auszeichnete. Beda Venerabilis zählt Johannes zu den fünf Männern aus Hildas Klostergemeinschaft, die später zur bischöflichen Würde gelangten.

Johannes verband seine Gelehrsamkeit mit einer großen Liebe zum monastischen und zurückgezogenen Leben. Zeitweise zog er sich an einen einsamen Ort in der Nähe des Flusses Tyne zurück, um sich dort dem Gebet und der geistlichen Betrachtung zu widmen. Auch später als Bischof suchte er immer wieder die Stille, ohne darüber seine Hirtensorge für die ihm anvertrauten Menschen zu vernachlässigen.

Im Jahre 687 wurde Johannes zum Bischof von Hexham geweiht und folgte dort dem heiligen Eata nach. Als Hierarch bereiste er sein Bistum, unterwies Klerus und Volk und sorgte besonders für die geistliche Ausbildung junger Männer. Mit Beda war Johannes auf besondere Weise verbunden: Beda berichtet selbst, dass Johannes ihn im Alter von neunzehn Jahren zum Diakon und im Alter von dreißig Jahren zum Priester weihte.

Beda überliefert mehrere Wunder, die sich durch das Gebet und den Segen des heiligen Johannes ereigneten. Zu den bekanntesten gehört die Heilung eines jungen Mannes, der nicht sprechen konnte und zudem an einer schweren Erkrankung der Kopfhaut litt. Johannes ließ ihn zu sich bringen, bezeichnete seine Zunge mit dem Zeichen des heiligen Kreuzes und forderte ihn auf, einzelne Laute und anschließend Wörter auszusprechen. Die zuvor gebundene Zunge löste sich, und der junge Mann vermochte schließlich zu sprechen. Johannes kümmerte sich zugleich um seine körperliche Erkrankung und ließ ihn entsprechend behandeln, bis er vollständig wiederhergestellt war.

Auch von der Heilung einer schwerkranken jungen Frau berichtet Beda. Johannes wurde zu ihr gerufen und betete für sie. Durch seinen Segen wurde sie von ihrer Krankheit befreit und konnte wieder am gemeinschaftlichen Leben teilnehmen. In einem anderen Fall wurde die schwer erkrankte Frau eines vornehmen Mannes geheilt, nachdem sie Wasser getrunken hatte, das Johannes gesegnet hatte. Ihre Kräfte kehrten so rasch zurück, dass sie noch am selben Tag wieder aufstehen konnte.

Ein weiteres von Beda überliefertes Wunder ereignete sich bei einem jungen Diener, der so schwer erkrankt war, dass man bereits mit seinem Tod rechnete. Johannes betete für ihn, und der junge Mann wurde wieder gesund. Beda schildert diese Heilungen nicht lediglich als spätere Überlieferungen, sondern nennt Personen, von denen er selbst die Berichte erhalten hatte.

Besonders ausführlich erzählt Beda von Herebald, einem jungen Kleriker und Schüler des heiligen Johannes. Bei einem Ausritt hatte Johannes ihm untersagt, an einem Wettrennen teilzunehmen. Herebald missachtete jedoch die Weisung seines geistlichen Vaters, stürzte vom Pferd und erlitt schwere Verletzungen. Johannes verbrachte die Nacht im Gebet für ihn. Als er erfuhr, dass Herebalds Taufe unter zweifelhaften Umständen erfolgt war, sorgte er nach dessen Genesung auch für die kirchliche Ordnung seines geistlichen Lebens. Herebald wurde später selbst Priester und Abt und berichtete Beda persönlich von den Ereignissen.

Im Jahre 705 wurde Johannes nach dem Entschlafen des heiligen Bosa der Bischofssitz von York übertragen. Sein bisheriger Bischofssitz von Hexham ging an den heiligen Wilfrid von York, dessen langjährige kirchliche Auseinandersetzungen in dieser Zeit beigelegt wurden. Auch in York setzte Johannes seinen Hirtendienst, seine Lehrtätigkeit und seine Sorge für die Ausbildung des Klerus fort. Zu den Männern, die mit ihm verbunden waren, gehörten neben Beda auch Berethune, der spätere Abt von Beverley, und der heilige Wilfrid der Jüngere, der später Johannes auf dem Bischofssitz von York nachfolgte.

Eine besondere Bedeutung im Leben des heiligen Johannes erhielt der Ort Inderawood, aus dem später Beverley hervorging. Dort entwickelte sich unter seiner Führung eine klösterliche Gemeinschaft. Der Ort wurde für Johannes zunehmend zu einer geistlichen Heimat, in die er sich vom tätigen bischöflichen Dienst zum Gebet und zum monastischen Leben zurückziehen konnte.

Nach vielen Jahren im bischöflichen Dienst legte Johannes schließlich sein Amt als Bischof von York nieder und zog sich nach Beverley zurück, dort verbrachte er seine letzten Lebensjahre inmitten der klösterlichen Gemeinschaft, stärker der Stille und dem Gebet zugewandt.

Am 7. Mai des Jahres 721 entschlief der heilige Johannes friedlich im Herrn und wurde in Beverley bestattet. Sein Grab wurde in den folgenden Jahrhunderten zu einer bedeutenden Pilgerstätte. Menschen verschiedener gesellschaftlicher Stände, von einfachen Gläubigen bis zu englischen Königen, suchten seine Fürbitte, und zahlreiche Heilungen wurden mit seinem Grab und seinen Reliquien verbunden.

Die Reliquien des heiligen Johannes wurden später feierlich erhoben, und neben seinem Hauptgedächtnis am 7. Mai wird am 25. Oktober der Übertragung seiner Reliquien gedacht. Sein Heiligtum in Beverley blieb über Jahrhunderte ein bedeutender Wallfahrtsort. In der Zeit der Reformation wurde der Schrein zerstört; die Reliquien wurden jedoch der Überlieferung zufolge bewahrt und später unter dem Boden der Kirche beigesetzt.

Eine neuere orthodoxe Überlieferung berichtet, dass im Jahre 1997 ein orthodoxes englisches Ehepaar an der Stelle in Beverley betete, an der die Reliquien des Heiligen ruhen sollen. Während ihres Gebetes soll von dieser Stelle ein lieblicher Wohlgeruch ausgegangen sein.

Der heilige Johannes von Beverley wird als Hierarch, Lehrer, Wundertäter und geistlicher Vater verehrt. In seinem Leben verbanden sich die geistliche Prägung durch die heilige Hilda von Whitby, die Liebe zum monastischen Gebet und zur Heiligen Schrift sowie ein langjähriger bischöflicher Hirtendienst.

Quellen: Beda Venerabilis, Historia ecclesiastica gentis Anglorum, Buch IV, Kapitel 23, sowie Buch V, Kapitel 2–6; OrthoChristian, St. John of Beverley, Bishop of York; OrthodoxWiki, John of Beverley.

Gebete

Troparion (4. Ton)

Wir jubeln dir zu, geliebter Bischof Johannes, gerechter Hirt‘ der Seelen, Freund der Bedürftigen, Heiler der Kranken und Vorbild monastischen Strebens; o gesegnete Zierde von Beverley, der du angerufen wardst von Königen und Niedrigen gleichermaßen, in diesen gegenwärtigen Zeiten flehen wir dich an, gesegneter Vater: bitte Christus Gott, dass uns großes Erbarmen gewährt werde.

Kondakion (5. Ton)

Göttliche Gnade empfingst du vom Himmel, o heiliger Vater Johannes, und wahrlich warst du ein Gefäß des Lichtes; deshalb ist es für uns recht und billig, dich zu ehren, verehrter Hierarch, der du uns enthüllt wardst durch einen süßen Duft. Nun ehren wir dein Andenken und rufen laut: Ehre sei Gott, der dich geheiligt hat.

aus dem Englischen übersetzt